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15 mars 2008 6 15 /03 /mars /2008 16:06

 

Jacques Hahusseau, Boa Vista (Brésil)

 

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Pe. Jacques Hahusseau Tiago

Caixa Postal 163

69 301 370 – BOA  VISTA / RR

BRESIL

 

E-mail: tiago.roraima@yahoo.com.br                       Boa Vista, Decembre 2010-12-04

 

 

Liebe  Eltern und Freunde,

Die Weihnachtsdekorationen sind angebracht und strahlen.  Die Feiertage kommen näher und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Ich freue mich Ihnen Neues von uns mitteilen zu können und zugleich wünsche ich  Ihnen, und all Ihren Lieben,  ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr!

Während Kälte und Schnee Europa heimsuchen, wird es bei uns immer wärmer und wir treffen die Weihnachtsvorbereitungen in  Hemdsärmeln…. Aber Herz und Gedanken sind bei Euch!

Auch bei uns breitet sich die Vorfreude auf das Fest aus und unsere Viertel schmücken sich  und werden bunt...vielfarbige Girlanden machen die einfachen, armen Häuser fröhlich. Der Weihnachtsmann, angezogen wie im tiefen Winter, und angeheuert von den Einkaufszentren der Innenstadt, um "gute Geschäfte",  den " Weihnachtskonsum", anzukurbeln,  ist auch dabei. Unsere Nachbarn im Viertel, Einwanderer aus dem Nordosten Brasiliens, rechnen ihre  Finanzen zusammen um zu entscheiden,   wer in diesem Jahr die Verwandten und Freunde, die zurückgeblieben sind, besuchen darf. Für eine ganze Familie ist es zu schwierig zusammen zu reisen,  die Verkehrsmittel sind begrenzt und die Plätze teuer. So verlebt man Weihnachten hier, aber das Herz  der Einwanderer ist oft weit weg. Man lernt mit ihnen in dieser Wahlheimat  langsam, Schritt für Schritt, Wurzeln zu schlagen. Man  muss  hier leben und arbeiten trotz aller Schwierigkeiten im Aufbau.

Die Volkszählung hier in Brasilien geht schneller als zu Zeiten  Kaisers Augustus, als Jesus geboren wurde. Man muss sich nicht weg begeben, alles geschieht an Ort und Stelle mit vorbereitetem Personal. Das Ergebnis der Volkzählung 2010 wird schrittweise bekannt gemacht. Wir haben aber schon erfahren, dass der Staat Roraima den zweitgrößten Bevölkerungszuwachs in Brasilien hat : auf 224.300 km/2 451.230 registrierte Einwohner. Es müsste hier Platz für alle geben und doch gib es Konflikte um  Land  und Besitz!   76 % der Bevölkerung , zum Teil sehr unterschiedlich, lebt in in Boa Vista : Staatsbeamte, Kaufleute, Landbevölkerung, Eingeborene....etc. Jedes Viertel hat seine Eigenheiten, seine Geschichte nach Herkunft und sozialen Schichten.  Unsere Gemeinde stellt sich auf diese städtische Vielfalt ein und entwickelt sich in der ländlichen und  eingeborenen Bevölkerung. Eine neue Welt entsteht und fängt an sich zu organisieren.

Ich arbeite ständig mit CPT, einer pastoralen Organisation für Landbevölkerung. Unser  Organisationsteam  wurde durch Petro, einem jungen Diözesanpriester bereichert. Unsere Arbeit  orientiert sich auf die Unterstützung der familiären Landwirtschaftsbetriebe, Ökologie der Landwirtschaft, die die Nahrungsmittel für den größten Teil der Brasilianer herstellen und dafür kämpft, dass die Menschen auf dem Land bleiben und dadurch eine Abwanderung in die Städte verhindert wird. Gleichzeitig entwickelt sich rasend schnell  die Makro-Landwirtschaft, die industrielle Makro-Wirtschaft. Sie hat niemals genug Land um ausreichend Soja, den neuen Biokraftstoff , zu produzieren und zu exportieren , der überall gebraucht wird. Einige Unternehmen organisieren und teilen sich diesen neuen Markt, der das  so schwierige Gleichgewicht , unserer Familienbetriebe zu stören droht. Die Tendenz geht zur Entvölkerung. Ein reiner Interessenkonflikt!   Konflikt der Landbesitzer ! Eine andere Art und Weise zu denken, zu produzieren, zu leben und zu rechnen ! Die  CCFD weist seit langem auf diese Entwicklung hin  und versucht  unser  christliches Gewissen wachzurufen. Was für eine Entwicklung ? In welcher Welt leben wir ? Welche Zukunft erwartet uns ? Die CTP, unterstützt von einem Großteil der brasilianischen Bischöfe führt, ihre prophetische Mission fort :  Aufdecken, Anklagen, die Kleinen und Armen leben zu lassen auf dieser Erde. Unsere menschlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten sind begrenzt. Euch allen, Verwandte und Freunde, ein herzliches Dankeschön für Eure Hilfe zum Widerstand und zum Handeln !

Wie Sie wissen, wurde Dilma von den Brasilianern zur Präsidentin gewählt.  Zum ersten Mal ist eine Frau Präsidentin des Landes. Sie versichert allen, die sie gewählt  und die Unterstützung gegeben haben, die Kontinuität der Regierung von Lula fort zu führen. Brasilien wird also weiterhin schnell seinen Reichtum, aber auch die Ungleichheiten vermehren. Als Folge von politischen Machenschaften wird der Staat gezwungen einerseits Kapital zu vermehren und auf der anderen Seite tritt eine Verarmung ein. Die produzierten Reichtümer werden zusammengetragen und die Situation wird für die Armen weiterhin schwierig sein: Gesundheit, Arbeit, Schule, etc… Die eigentlichen Probleme sind schlecht gelöst! Trotz des reellen sozialen Fortschrittes werden die Unterschiede  in den sozialen Klassen immer größer.( 8,5% der Brasilianer leben noch in größter Armut….Brasilien liegt an 73.Stelle des Entwicklungsstandes…) Wie Lula wird Dilma versuchen dies zu korrigieren, indem sie zahlreiche, und die unterschiedlichsten „  Hilfen“ zu Gunsten der  verarmten Bevölkerung schnell auf den Weg bringt… Aber grundlegende Änderungen bleiben auf der Strecke…. Fast überall sind Drogen das Zahlungsmittel,  „soziales Bindeglied“ und somit eine gefährliche Perversion der Welt ohne Zukunft. Ohne, dass  die Gewalt der Favelas so wie in Rio herrscht, leidet auch Boa Vista an den Folgen der Drogen, die sich wie ein Krebsgeschwür ausbreiten. Die Gefängnisse sind überfüllt mit Jugendlichen, Opfer dieses Fluches, der an den Rand stellt und der tötet! Unsere Pastoralgruppe arbeitet mit der pastoralen Betreuungsgruppe des Gefängnisses zusammen.

Das sind einige Nachrichten von uns. Es geht mir eigentlich gut. Unsere Welt , in der wir leben, ist anders als Eure.  Aber Weihnachten bringt uns näher und macht unsere Hoffnung weltweit und kräftigt unser Leben. „Eine andere Welt ist möglich“ !

An Weihnachten lehrt uns Gott mit beiden Beinen auf  der Erde zu stehen und unsere Augen und Herzen offen zu halten : EHRE SEI GOTT !  FRIEDE AUF ERDEN!

Von dem Film „Götter und Menschen“ wurde auch hier viel gesprochen. Ein  „Stern“ im Medienhimmel unserer perplexen Welt. Ein erstaunlicher Erfolg für diese Mönche,  die ihr Leben für die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Liebe gegeben haben,  es sind wahre Erben des Kindes von Bethlehem, das „Haus des Brotes“   -  Jesus lehrt uns das Brot zu teilen, indem wir das Leben teilen. Das ist Weihnachten !

Dass der Friede und die Freude von Weihnachten unsere Verbindung bleibe und dass die Hoffnung lebe !

Vielleicht wird uns die Freude geschenkt uns im kommenden Jahr zu treffen.

Jedem von Euch, als Verwandten oder Freund,

und jeder Familie,

meine besten Wünsche für ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr..

Mein Gebet und meine mitbrüderliche Freundschaft begleiten Euch.

Pe Jacques Hahusseau


 

boavistadc9
 

 

 und klicken Sie auf:       Agrandir le plan

 

 

 

 

 

 

 

Auteur : knotsman   

Description : 

La pluie qui rend heureux à Sao Sabestao de Boa Vista, sur l'Amazone


 

 

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